Als ich des Morgens aufwache, erinnere ich mich ein wenig an die Zeit in Bronte zurück. Nein – nicht wegen der speziellen Klobrillen, wegen der Papageien, sondern wegen der Temperatur! Muss doch etwas erstarrt feststellen, dass es so langsam aber stetig ein wenig zu kalt für die Hängematte wird :-/ .
Nach zwei Deutschlandtelefonaten bereite ich mir ne Schüssel meines Lieblingsfrühstücks zu: Wheat-free Muesli, Gluten-Free-Muesli und Organic-Cocobits :] . Dazu nen Schwups Reismilch und der Morgen kann ordentlich starten. Im Unterschied zu den letzten Tagen merke ich sofort, dass es meiner Nase bedeutend besser geht. Die Injektion mit Hausstaubmilben scheint wirklich unglaublich gut zu helfen. Wenn jetzt noch der Matratzenschutz in mein Zimmer kommt wird alles gut :) .
Nach dem Frühstück beschäftige ich mich mit dem Problem, welchen Titel ich wohl beim Event 53 singe. Event 53 ist die Kategorie bei der Challenge of Performing Arts für den Bereich Musical. Viel Erfahrung hab ich darin zwar noch nicht, allerdings hab ich ja auch noch bis Ende Juni Zeit und ich bin ja für meinen Optimismus bekannt :P . Also forste ich ein wenig mein Musikarchiv durch und stoße dabei auf meine Lieblingsmusical „Jesus Christ Superstar“. Dafür gibt es sogar die Hintergrundmusik einzelner Stücke im Internet zu kaufen. Neben Optimismus spricht man mir ja auch noch Experimentierfreudigkeit zu und so kaufe ich für akzeptable 1,99€ eines der Lieder. Problem beim durchhören der anderen Lieder auf Webseite:
- zu lang
- mit menschlichen stimmen (darf keinerlei Hintergrundmusik mit menschlichen Stimmen bei der Challenge verwenden)
- die Arrangements gefallen mir nicht
Also durchgrase ich das Internet weiter. Wirklich bewandert bin ich ja nicht mit Musicals. Ich stoße aber auf einen Titel, der den heutigen Tag doch nochmal richtig positiv gestalten wird. Es ist „Anthem“ aus dem Musical „Chess“. Das spielt irgendwo im Kalten Krieg und wurde musikalisch von den zwei Jungs der schwedischen Gruppe ABBA komponiert. „Anthem“ ist eine Art Hymne und gibt mir genug Raum für Interpretation und eine gute stimmliche Umsetzung. Dann fehlten nur noch die Noten. Die gabs auch im Internet für $3.50USD . Die ausdrucken, auf Klavier spielen und freuen. Ein wirklich schönes Stück und das ist definitiv super ausarbeitbar bis Juni :) .
Irgendwann gegen 1 hab ich Lust auf Nahrung und gehe zu meine Lieblingsthai. Ich nehme eine Frischhaltedose mit, weil diese Wegwerfplastikschalen einfach nur noch mehr die Umwelt verschmutzen. Auch auf die Plastiktüte und das Plastikbesteck verzichte ich gerne. Für die 60m brauch ich das eh nicht ^^.
Das ganze verfeinere ich dann noch mit einer Esslöffelprise gestoßenen Knoblauch und dann wird konsumiert. Ganz nach Papas alter Regel „FDH“ heb ich mir die andere Hälfte immer für später auf.
Lisa braucht Unterstützung in Deutschland bei einer Übersetzungsoperation im medizinischen Bereich. War für mich auch interessant herauszufinden, dass Stuhlgang nicht chairwalk, sondern „bowel movement“ heißt. Ist fast schon ähnlich zu „bowl movement“, was man mit „Schüsselbewegung“ übersetzen könnte ^^.
Als ich mich dann mit dem Laptop in den Garten begebe, kommt blei gerade nach Hause. Er erwägt eine Reinigungskraft fürs Haus zu holen. Nur frag ich mich für was?! Das Bad: OKAY, damit wäre ich einverstanden, aber der Boden im Rest des Hauses müsste durch die Hunde zuzüglich ihrer Epithelien eh öfter als einmal alle 2 Wochen gewischt werden.
Ähnliches mit dem Geschirr. Was bitte bringt eine Reinigungskraft, die alle zwei Wochen kommt, wenn das Geschirr sich nach 2 Tagen bereits im Abwaschbecken sammelt. Und mal ganz ehrlich: Da ist nicht mal was von mir dabei! Ich habe genau eine Schüssel, ein Teller, zwei Löffel und zwei Frischhaltedosen, die nach ihrer Benutzung gleich Sauber gemacht werden. Sollte ich mal keine Lust haben, so lasse ich das bei mir im Zimmer und stells nicht in die Küche.
Also Fazit: Ich sehe keinen Bedarf nach einer Reinigungskraft. Das Bad mache gerne auch ich sauber, aber das Geschirr – ne dafür bin ich nicht da. Werden wir uns wohl nochmal WG-intern zusammensetzen.
So jetzt in den Abendstunden werd ich mal den Brief an Familie Rappsilber fertigstellen. Die sind aufgrund von Paarung nämlich bald zu dritt. Und da schicke ich gerne besondere Grüße :] .
Soviel von mir, hoffentlich wird diese Nach ein wenig wärmer…
Euer Julien aus Tralien
Morgens raus, ab an den Computer. Die allmorgendliche Routine. Alles läuft gut, besonders meine Nase! Die letzte Spritze gegen Hausstaub ist schon wieder 6 Wochen her und so langsam aber stetig macht sich das bemerkbar! Dauer-Verstopfte Nase. Wie nervig!
Ich erkundige mich im Internet nach Matratzenbezügen in Sydney und Umgebung und finde auch verschiedene Modelle. Ich notiere mir ein paar Preise und dann lasse ich das ganze in meinem Kopf ein wenig ruhen. Ich rufe danach bei Dr. Moss an und mache einen Termin für Nachmittag aus. Da muss man wenigstens nicht ne Woche warten, bis einen der Arzt für 5 Minuten mal ne Spritze in den Arm jagt.
Zum Frühstück gibt’s wieder lecker-lecker-Müsli :) . Und etwas später Deutschen Sonnenblumenkern Brot aus Roggen bestrichen mit einer großzügigen Schicht veganischen Schokoladenaufstrichs und getoppt mit ein paar Kürbiskernen. Das ist so lecker :] . Perfekt für zwischendurch! Weiß schon gar nicht mehr, wann ich das letzte mal überhaupt „richtige“ Schokolade gegessen habe :-/ . Irgendwie merkwürdig bei ehemals mehr als einer Tafel Zartbitter pro Tag in Deutschland ^^.
Auf der Seite der Sydney Challenge of Performing Arts, für die ich angemeldet bin, steht eine Meldung auf der Internetseite, dass die Teilnahmebedingungen geändert wurden. Soweit ich sie verstehen konnte, muss ich nun NOCH eine weitere Kategorie auswählen. Musical ganz konkret. Na klasse. Ich muss da wohl durch und schreibe eine eMail, mit Bestätigung meiner Teilnahme und Zahlungsdingen.
Bevor ich losgehe kommt die Kleiderfrage auf – aber nur kurz. Denn draußen brennt die Sonne. Also rein ins Hippie-Outfit und ab zum Bus. Mit Jason Mraz im Ohr geht’s mit Linie 352 nach Bondi Junction. Von Dort aus dann direkt zum Doc. Er hat plötzlich nen Bart und ich sage „Mhh, new beard! I like it.“ Dass sich dahinter eine religiöse Botschaft versteckt kann ich ja nicht ahnen. Seine Frau – gleichzeitig auch Sprechzimmerangestellte (oder wie man das nennt ^^) – elhrt mich dann ein wenig Theologie des jüdischen Glaubens und dass die Männer nach dem Verscheiden eines Familienmitgliedes die Bärte für 30 Tage wachsen lassen. Wieder etwas dazu gelernt. Danach gibt’s die Spritze in den Arm, Kühlpack drauf, Geldschein und Quittung für die Versicherung und dann brauch ich erstmal Nahrung.
Nebenan gibt es ein café: EAT- Trotz seiner großen Nähe zu SELC bin ich während meiner Ausbildung dort nie eingekehrt. Also hol ich das jetzt nach. Ich bestelle einen Salat mit geräuchertem Lachs und frischen Bohnen. Was für ein lecker Essen! Muss ich mal zu hause nachschnibbelln :] .
Beim Essen beobachte ich den Restaurantbesitzer ein wenig. Wenn Kunden gehen, leert er noch volle Wassergläser immer am großen Baum vor seinem Café aus, so wie ein kleines Dankeschön an den Schattenspender.
Dann geht’s zurück nach Neustadt. Ich halte am Postoffice und kaufe mir nen Luftpolster-Umschlag. Für welchen Zweck –davon bald mehr :) .
Zu Hause angekommen folgt ein wenig Klicki-Klicki. Das führt mich dann zu Seiten wie dem Australien Institut of Music und anderen Musikhochschulen in Australien. Aber 4200€ für ein Semester sind nicht sehr gnädig. Da muss ich wohl noch ein wenig weiter stöbern. Auch erahne ich, dass Jason Mraz gleich zwei Konzerte in Melbourne gibt. Da ich dort eh nochmal hinwollte, und die Konzerte auch in der Woche stattfinden rufe ich gleich mal Natha an und frage, ob ich da für ne Woche bleiben kann. Obs klappt erfahre ich hoffentlich in den nächsten Tagen.
Auch komme ich nochmal zu den Matratzenprotektoren zurück. Ich bestelle den flächenmäßig größten Stoff, der für mein Bettgestell passt – nur für den Fall, dass ich nochmal ne komplett neue Matratze kaufen muss…
Sohooo, viel geschafft für den einen Tag. Mit dem beruhigenden Gewissen, endlich diesen Matratzenschutzbestellt zu haben, bewege ich mich in Richtung Hängematte.
Gute Nacht!
Während ich hier so am Computer sitze und mir Gedanken mache, wie ich meine Zeit am sinnvollsten nutzen könnte, überkommt mich plötzlich ein Gefühl der Müdigkeit.
Ich sehe den Traum komplett vor mir, also erzähle ich ein wenig daraus
Ich bin scheinbar im Urlaub, da ich mich später am Strand wiederfinde. Wahrscheinlich Australien. In einem Café spiele ich auf der Terrasse Gitarre. Nur für mich und ohne die anderen Leute zu stören. Ich bemerke, wie sich die Leute am Nebentisch über Jason Mraz unterhalten und wie gerne sie doch seine Musik hören. Ich würde ihnen gerne etwas spielen um den Moment zu bereichern und als ich mich ihnen zuwende bemerke ich Mandy Schulze, eine alte Bekannte aus dem Gospelchor Ludwigsfelde, welche jetzt Luft- und Raumfahrttechnologie studiert. Aus irgendeinem Grund möchte ich aber lieber unten am Strand mit Verstärker spielen.
Also wechselt hier die Szene zum Strand. Wir liegen hinter einer Minidüne. Also ein Hügelchen mit vlt. 30cm Höhe. Ich glaube es ist eher ein Wall. Ich platziere darauf meine geliehene Verstärkerelektronik und gleich daneben meinen EEE-PC. Warum ich den Laptop bis auf ein paar Meter – trotz Wellenganges - mit ans Wasser nehme und warum ich nicht einfach nur unverstärkt für die Handvoll Leute gespielt habe ist mir unklar.
Als ich da so hinter dem Hügel liege, werde ich plötzlich abgelenkt und eine Welle schnappt sich das gesamte Equipment – bis auf den geliehen Verstärker den konnte ich mit guter Reaktion und einem beherzten Griff rette. Meinen bereits todgeglaubten Laptop sah ich aber aufgeklappt und mit immer noch leuchtendem Display auf dem Wasser schwimmen. Ich gehe also rein und rette ihn.
Danach wechselt die Szene zu einem mehrstöckigen Gebäude. Ich bin in ihm und in der Etage, auf der ich mich befinde ist eine Art großes Chinesisches Buffet. Überall gibt es Nahrung und die Asiaten versuchen mit ihren Köstlichkeiten zu locken. Als ich das Buffet verlasse treffe ich Steven Figura – meinen alten Kumpel aus Klasse 7 bis 13 wieder. Wir freuen uns über das Wiedersehen.
Und da endet auch mein Traum.
Fazit:
- Keine Verstärker mit an den Strand nehmen!
- Mein Laptop ist wasserdicht
- Ich habe in letzter Zeit wohl zu viel Thaifood gegessen
- Ich sollte mich mal wieder bei Steven melden
Mal schauen, was heute Nacht auf mich Verrücktes wartet!
Ich gehe ins Bett. Hängematte ist nass…
Wow es regnet immer noch. Die verbliebenen Klamotten auf der Wäscheleine wurden nun schon zum achten Mal auf natürlich Art und Weise gewaschen. Wie jeden morgen steig ich aus der Hängematte und checke, ob mich die ei oder andere Mücke gepiesackt hat. Auch diese Nacht hatten sie nicht wirklich viele Chancen.
Ich beginne die zahlreichen Emails und SMS des Vortages zu bearbeiten. Das ist ganz schön anstrengenden ^^. Auf Chefkoch.de schaue ich mich wieder nach leckeren, gesunden Rezepten um und entscheide mich für ein Chili-Con-Tofu.
Äpfel und Sojamilch sind auch alle, also ab ins Marrickville Shoppingcentre. Als ich dann so im Aldi stand viel mir auf, dass die nicht alles haben, was es auf der Liste gibt. Was bitte heißt „Kreuzkümmel“ auf Englisch und warum schlägt mir mein Translator „Cummin“ - was einfacher Kümmel ist – vor? Naja wie auch immer begebe ich mich danach noch zu Woolworth und finde da auch geriebenen „Cummin“. Hoffentlich as richtige – denn eigentlich bin ich kein Kümmelfan :P .
Bevor ich das Einkaufscentre verlasse, schlage ich noch beim Chinesenstand zu. Die Verkaufen dann ein Essen nach Wahl für $3.50 anstatt für $8 . Da schlag ich gleich zweimal zu und fahre dann mit dem ganzen Pack nach Hause. Wenigstens regnet‘s mal nicht ^^.
Aufs Kochen hab ich jetzt nur noch bedingt Lust. Geht ja auch bald zur Probe der Acappellagruppe „The Alchimists“. Da ich nun noch bis Ende Juli in Sydney bleibe werde, hab ich mich nun auch zum Beitritt der Gruppe entschieden. Für eine weiteres Jazz-Ensemble hab ich vorgestern eine Anfrage abgeschickt und nächsten Mittwoch treffe ich mich mit Des – einem Akustikgitarristen und Sänger, der mich neulich beim Busking (auf der Straße spielen) angesprochen hat. Wir gehen dann nächste Woche ins Studio und haben einen kleinen „Jam“. Musikalisch scheint es also super voran zu gehen. Die Songtexte für „You found me“ und „Chasing Cars“ hab ich mir auch eingeknüppelt!
Ich hoffe sehr, dass ich einiges an Erfahrungen die Acappellagruppe einbringen kann. Es wird unglaublich viel geredet und die Arbeit ist zum größten Teil recht unproduktiv. Außerdem machen wir nach der Hälfte der Probe immer eine „Tim.Tam-Break“. Zur Problemerklärung: Tim-Tams sind übersüße (und auch leckere) Kekse mit einem übersüßen (und leckeren) Shokoladenüberzug. Wenn in meiner Ludwigsfelder Acappellagruppe Amazing-G ein Mitglied Geburtstag hatte, dann gab es Kuchen. Den zweiten teil der Probe konnte man dann zum größten Teil vergessen. Naja, sollen se mal machen. Ist ja ein „Ritual“ der Alchemist – so sagen sie zumindest. Ich bleib bei meinem Apfel ^^.
Während des Probens änderte auch der Wettergott wieder sein Meinung und so fuhr ich im strömenden Regen nach Hause. Schön ist anders, aber richtig gestört hats mich nicht. Ich meine in anderen Regionen brennen die Wälder, warum sollte ich mich überhaupt aufs Wetter aufregen? Wetter ist wetter. Findet statt, macht Kleidung nass oder trocken und bietet meiner Auffassung nach viel zu oft ein Gesprächsthema. Is doch schön wenn’s regnet – reinigt die Luft. Is doch schön wenn die Sonne scheint – reinigt die Seele. Ist auch schön, wenn es kalt ist – so hydriert man nicht sein Tshirt voll.
Zu Hause angekommen mache ich mich daran einen Jazzclub zu finden, in den ich mit Hoon Sook und Akiko am nächsten Tag gehen kann. Der Vorschlag mit dem Jazzclub kam von Akiko. War überrascht. So aber irgendwann hatte ich dann auch keine Lust mehr und hab dann lieber noch ein paar Emails geschrieben. Bei Schueler.CC hab ich alle einsehbaren Bon-Iver-Fans (ganze 8 Stück ^^) eine Infomail zum kommenden Konzert geschickt. Ich hoffe sie nehmen die Chance wahr und erleben eines seiner tollen Konzerte. Ich wünschte, mir hätte damals jemand Bescheid gesagt, wo er in Deutschland gespielt hat…
So, wieder ein Tag mehr vorbei. Ich bin Müde und gehe nun ins Bett. Also die Hängematte.
Oh man, was ne Nacht! Draußen hat es furchtbar geregnet. Ich habe die Bank zwischen mich und dem Fahrrad neben der Hängematte gestellt, um so - "eingequetscht" - nicht nass zu werden. Hat sogar ganz gut funktioniert. Um 7.45 Uhr bohren mich dann die Bauarbeiter aus dem Schlaf. Wenn das mal kein guter Start in den Tag ist ^^.
Ich schmeiße den Laptop an und werde von meinen Eltern im Skype begrüßt. Ich erzähle von der JIWA-Party und den Raumänderungen.
Müsli spar ich mir heute mal. Is eh keine Sojamilch mehr da. Stattdessen gibt's nen grünen Apfel. Muss reichen.
Ich schnapp mir die Gitarre und fange an zu proben. Zwei neue Titel habe ich mir ausgeguckt:
The Fray - you find me
Snowpatrol - chasing cars
Die Akkorde sind nicht das Problem, nur is das soviel Text ^^. Aber ich bin fleißig. In vier Tagen sollte ich beide drauf haben.
Nachdem zwei Stunden Gitarrenspiel war ich ect hungrig. Unvorstellbar, wie hungrig einen das ganze machen kann. Jedenfalls so hungrig, dass ich zu meinen Lieblingsthailaden um die Ecke gegangen bin und mir "Fried Vegetable with Tofu and Rice" geholt habe. Das ist so lecker! Also ab in die TakeAway Box und dann zu Hause verzehrt.
Nach der Nahrungsaufnahme geht's wieder an die Gitarre. Ich kann mir diese Texte einfach nicht merken!! Das wird schon noch ^^.
Um 16 Uhr nehme ich Sack und Pack für eine Streetperformance und dann geht's los zum Bus. Will nicht mit einer schweren Tasche, einem vollen Gitarrenkoffer und einem Mikroständer nen Kilometer den Berg hochbuckeln!
Ich steige aus, stelle alles auf und beginne mit Gitarre und Gesang. Nach gut einer Stunde sind meine frisch geladenen (!) Akkus schon wieder leer! Und dabei sind das 2500mAh Akkus (also mit die leistungsfähigsten...) . Also zweites Set reingesteckt und gespielt. Lange hielt die Freude nicht. Warum? Weiß ich nicht, hab dann allerdings aufgehört. Nach fast 2 Stunden taten mir auch etwas die Finger weh und so hab ich dann doch aufgehört ^^.
Also alles zusammenräumen, alles mitschleppen, nochmal umdrehen (des Vergessens wegen ;) ) und dann ab zur Busstation. Denn was für den Hinweg gilt, gilt umso mehr für den Rückweg :P .
Zu Hause geht es erstmal ans Münzen zählen. Sogar zwei 5-Dollar-Scheine haben sich da mit in den Gitarrenkoffer gesellt. Und noch ein sehr schöner Brief, wie ich finde. Hier zum Lesen:
Ansonsten hier die Ausbeute von heute (~$30):
Anschließend fahre ich mit Bligh, El, und Jill zu nem tollen Thai-Laden . Zwar nicht der gleiche wie von Mittag, dafür aber verdammt tolles Essen!
So und nun kaum zu Hause angekommen tippe ich fleißig an meinem Blog und freue mich über die zahlreichen Pinnwandeinträge, SMS, Emails und Telefonate aus der Ferne! Ihr seid echt toll :) !
Jill ist wirklich verdammt net. Kommt aus Kanada. Sie ist hier das fehlende Glied bei uns im Haus gewesen. Bringt noch etwas mehr "Schwung" rein - und das sogar ganz ohne Musik ^^.
Apropops Musik: Am Valentinstag mache ich nach der Arbeit Sydneys nette Plätze mit ein wenig Swing-Musik unsicher. Hoffe das wirft ordentlich was ab ;) .
Draußen regnet es derweil und meine Klamotten werden zum sechsten Male "gewaschen". Sollten dann langsam sauer sein :P .
HOffe nur, dass die Hängematte nicht auch nass wurde.... mehr über meine Nacht morgen Früh.
Also danke an die ganzen schönen Nachrichten von euch allen! Habe mich sehr gefreut :) .
Alles Liebe!
Ich wache auf. Die Regetropfen prasseln um mich herum vom Himmel und ich habe Angst in meiner Hängematte nass zu werden. Denn um komplett trocken zu bleiben fehlen da 20cm Überstand über meinem Kopf. Aber so muss ich halt damit leben. Aber da mich weder Rückenprobleme, noch eine verstopfte Nase so wirklich reizen, schlafe ich nur noch draußen. Vor bösen Mücken schützt mich mein super-duper Armee-Anti-Mückennetz.
Also gleich nach dem Aufstehen gleich der Armcheck, ob es nicht doch wieder eine der Plagegeister irgendwie durch die Maschen geschafft hat. Aber Fehlanzeige: Wie immer keine Stiche - Glück gehabt (oder einfach nur ein gutes Netz).
Ich steige in meine Australien-Flip-Flops und husche ins Haus. Erstmal wird der Computer gestartet. Ich erwarte Antwort auf die eine oder andere Mail. Doch vorerst logge ich mich bei Skype ein und treffe da auf mein Lieselchen. Sie benötigt noch etwas Zeit, also lasse ich sie gewähren und telefoniere eine gute Stunde später mit ihr. Welch schönes Gespräch!
Es gab eine für mich ganz besonders wichtige Sache, die es in meiner Australienreise zu entscheiden galt: 3 Monate Landarbeit JA oder Nein .
Ich habe mich für das NEIN entschieden. Lisa sagt, sie hätte es bereits bei meiner Abreise im September gewusst, dass ich nie auf einer Plantage Früchte pflücken würde. Aber nur ganz alleine der Arbeit wegen bleibe ich den 3 Monaten nicht fern. Ich fühle mich hier in Newtown unglaublich wohl. Ich habe einen guten Job und kann genau das machen, was mir Spaß macht. Der Knackpunkt ist aber der, ob ich das zweite Work and Travel Jahr überhaupt jemals in Anspruch nehmen würde. Wohin mein Leben bringt, weiß ich jetzt noch nicht. Was ich hingegen weiß, ist, dass die Welt noch aus hunderten weiterer Länder, Landschaften und Kulturen besteht, die es noch zu entdecken gilt. Somit wäre es doch ziemlich einseitig, wenn ich mich hier nochmal für ein Jahr herumtreiben würde ;) .
Der Morgen tröpfelt so dahin, bis ich mir Mittag eine leckere veganische Kost zubereite. Das Rezept ist wie immer von meiner Lieblingsrezeptseite www.chefkoch.de
Das äußerst leckere Rezept findet man hier.
Naja beim nächsten mal nehme ich etwas mehr Öl für die Pfanne und versuche den Teig etwas platter zu bekommen.
Ansonsten echt eine wirklich leckere Mahlzeit. Ebenso schnell gemacht und super variabel mit anderen Gerichten. Die gibt es dann bestimmt auch auf meiner Julien-ist-wieder-anwesend-Party (JIWA-Party) :) .
Bei der jetzigen Partyvorbereitung ist mir im übrigen aufgefallen, dass da reichlich Berliner dabei sind. Die Verkehrsverbindungen – besonders in der Nacht – sind von Ludwigsfelde ausgehend ja wirklich reichlich bescheiden. Von daher habe ich nun Erwägung gezogen, das ganze möglicherweise in einer Berliner Räumlichkeit zu veranstalten.
Vorteile:
+ Bessere Verkehrsanbindung für die Gäste
+ wenn dann mit Bühne, auf der sich die mehr als 20 Musiker austoben können
+ viel Raum
+ evtl. vorhandene Technik (Bühne, Beamer etc)
Nachteile:
- Preis
-logistische Herausforderung
- fehlendes „Homeparty“-Feeling
Mal sehen, was sich da am besten finden lässt.
Am Nachmittag habe ich mich weiter ein paar Aufnahmen gewidmet. Eine davon ist fertiggestellt, ist aber nur für ein gewisses Paar Ohren bestimmt – und das nach der Arbeit Kreativität.
Den restlichen Tag regnet es auch weiterhin. Nunja, stört mich nicht ^^. So hab ich wenigstens kein schlechtes Gewissen drinnen an meinem Blogdesign zu arbeiten. Mit dem jetzigen bin ich aber äußerst zufrieden! Kein Problem mit der rechten Säule, viel Platz für Text, gut anpassbar. Eigentlich PERFEKT.
Nun gut, ich werd jetzt für das Paar Ohren den Musiktrack noch umwandeln und dann geht es wieder in die Hängematte. Hoffentlich ist die nicht sehr nass… (falls doch ist es immernoch besser als Rückenschmerzen und verstopfte Nase ^^).
Ick sag jute Nacht!
Hier meine Adresse als Nachtrag zum letzten Blogeintrag:
Julien Mueller
7 Holmwood St
Newtown
2042 NSW
Australia
Wenn das drauf steht sollte alles ankommen, womit man mir ne Freude machen möchte ^^.
Ich schreib weiter fleißig Weihnachtspost. Mal schaun wie die Zeit für mich arbeitet :]
